Imaginationen – wozu?

© Tina Wiegand

wir leben in einer Zeit, in der riesige Mengen von Bildern unser Bewusstsein überfluten. Viele Menschen haben mit Bilderbüchern angefangen, die Welt zu verstehen. Doch wenn Oma uns ein Märchen erzählt hat, dann begann unsere eigene innere Bilderwelt sich zu entfalten und die Figuren aus dem Märchen wurden in unserer Phantasie lebendig.

Innere Bilder steuern Ihr Verhalten

Es ist Ihnen vielleicht nicht bewusst, aber Ihr Verhalten verändert sich, je nachdem, welche inneren Bilder Sie in sich tragen. Der Mensch funktioniert über Bilder. Wenn jemand ein düsteres Bild von der Zukunft hat, hat er Angst oder ist wütend. Manche gehen sogar in die Verzweiflung. Haben Sie aber die Perspektive einer guten Zukunft, so freuen Sie sich und sind gut gelaunt. Unsere Emotionen werden permanent durch innere Bilder getriggert. Wenn Sie den nächsten Urlaub planen, arbeitet ihre Phantasie ebenfalls mit. Sie stellen sich den Ausblick von einem hohen Gipfel oder die Wärme am Strand vor. Dann entscheiden Sie danach, welches Bild die bessere Emotion erzeugt. Je nach Gusto geht’s dann ans Meer oder in die Berge. Menschen, die das wissen, arbeiten deswegen bewusst an ihren Zukunfts-Visionen. Für Künstler, Erfinder oder Unternehmer ist das Chefsache, denn der innere Kompass lässt sich nur über Bilder progammieren.

Medien gestalten Ihr Bild von der Welt

Es gibt nichts, worüber wir besser lernen, als über Bilder. Am besten über kommentierte Bilder. Wenn uns eine Pflanze mit dem Kommentar gezeigt wird, dies sei eine Heilpflanze, werden Sie sie einsammeln und verarbeiten. Wird Ihnen aber erklärt, dies sei ein giftiges Kraut, werden Sie die Pflanze meiden. So einfach funktioniert Massenbeeinflussung. Jemand dreht einen Film und sagt Ihnen dabei auf der Tonspur, was die „Wahrheit“ ist. Wie der Rest der Welt aussieht, wird Ihnen über Bildschirme mitgeteilt. Wenn Sie nicht reisen und sich selbst ein Bild machen, wird dieses Bild in Ihnen vorherrschen. Wenn Sie ein unkritischer Mensch sind, der nicht hinterfragt und sich noch andere Informationsquellen besorgt, beeinflusst dieses Bild Ihre innere Haltung, Ihre Meinung und damit Ihre Wahl. Daher kann man sagen, dass derjenige, der den Film ins Netz stellt, darüber entscheidet, welches Bild Sie von der Welt haben. Wenn Propheten-Clubs Ihnen den Weltuntergang vorhersagen, dann beunruhigt das im ersten Moment, weil es Ihr Bild von der Zukunft verdüstert. Doch wenn Ihre eigene Phantasie funktioniert, dann spüren Sie, wenn da etwas nicht stimmt.

Bildkonsum schläfert die Phantasie ein

Viele Menschen fühlen sich heute gesteuert. Das hängt vor allem damit zusammen, dass sie keine eigenen inneren Bilder generieren, sondern nur die Bilder aufnehmen, die andere ihnen vorgeben. Dabei bemerken sie natürlich nicht, dass die Bilder vom Bildschirm in ihr Unbewusstes gewandert sind. Sie glauben, sie hätten sich ihre Meinung selbst gemacht und keine Alternative. Aber ihre Phantasie ist nicht mehr ihre eigene Phantasie. Sie ist die Phantasie derer, die Filme und Videos gedreht haben, um die innere Bilderwelt des Konsumenten zu beeinflussten und damit Profit zu machen. Das erzeugt ein Gefühl von Enge, wie die grauen Männer aus „Momo“. Je mehr Bilder Sie konsummieren, je mehr Videos Sie anschauen und vor allem: je weniger Sie lesen! um so größer die Gefahr, dass Ihre Phantasie einschläft. Wenn Sie lesen, verwandelt Ihre Phantasie die Worte in Bilder und damit Wasser in Wein. 🙂  Wenn Sie schon mal einen Film angeschaut haben, zu dem Sie vorher das Buch gelesen haben, dann erinnern Sie sich vielleicht, dass das eine gewisse Enttäuschung nach sich zieht. Die Phantasie hatte sich die Geschichte weit prachtvoller ausgemalt. Ihre eigenen Charaktere waren viel attraktiver, die Bilder bunter, der Bösewicht böser. Ihr innerer Regisseur ist viel talentierter, als es ein anderer je sein könnte, selbst wenn es sich um ein Kunstwerk wie die „Unendliche Geschichte“ handelt.  Hier gibt’s das kostenlose Hörbuch dazu. In dem schönen Märchen von Michael Ende geht es um den Tod der Phantasie. Wenn Sie es nicht lesen oder es sich erzählen lassen, werden die eigenen inneren Bilder durch die Fremdbilder überprägt und ersetzt. Damit das nicht passiert, gibt es die Imaginationen.

Die Phantasie wieder aufwecken

Die Phantasie wieder aufzuwecken gehört zur Emotionalen Kompetenz, für die sich unser Verein einsetzt. Die Phantasie ist ein wundervolles Instrument. Sie lässt uns zum Künstler oder Erfinder werden, zum Geschichtenerzähler oder einfach zum Problemlöser. Wer die Soulfit CDs kennt, die Sie über unseren Verein kostenlos beziehen können, weiß, wie entspannend das ist. Jeder Gegenstand, der von Menschen gemacht wurde, war irgendwann nur eine Phantasie, eine Idee. Aus dieser Idee wurde der Gegenstand. Ohne Phantasie gäbe es keine Mode, keine Architektur, keine Kaffeetasse. Aber die Phantasie kann noch viel mehr. Sie gibt uns Botschaften aus dem Unbewussten, die uns dabei helfen, uns und unser Leben besser zu verstehen. Sie hilft uns auszuheilen und einen guten Weg zu finden. Sie tröstet uns und mildert negative Erlebnisse. Sie baut unser Selbstwertgefühl auf und hilft uns beim Lieben. Eigentlich ist unsere Phantasie das beste Heilmittel der Welt für die Seele.

Die Soulfit Factory Imaginationen

Unser Vorstandsmitglied Barbara ist eine Virtuosin im Umgang mit inneren Bildern. In ihren monatlichen „Imaginationen“ lädt sie die Teilnehmern zu einer Phantasiereise ein und bespricht dann, was jeder erlebt hat. Sie müssen nichts anderes tun, als sich entspannt zurück zu lehnen, zuzuhören und die Bilder kommen zu lassen. Wenn das nicht sofort klappt, kein Problem, Sie hören einfach zu, was die anderen erzählen. Im geschützten Raum kann man nichts falsch machen. Manchmal, wenn Sie gerade sehr angestrengt sind, schlafen Sie vielleicht auch einfach ein. Macht nichts, das, was wichtig ist, werden Sie mitbekommen. Sie lernen trotzdem zusammen mit den anderen den Umgang mit den inneren Bildern wieder für sich zu nutzen. Viele erleben dabei eine tiefe Entspannung und manchmal lösen sich Probleme, die man vorher hatte, ganz von alleine. Das Wort „Magie“ steckt in der Imagination und die Teilnehmer haben Freude daran, sich und andere über ihre Bilderwelt besser zu verstehen. Ja, manchmal kommen auch düstere Bilder. Aber keine Angst. Diese sind nur dazu da, auf ein Problem aufmerksam zu machen, das gerade gelöst werden muss. Die Phantasie ist nämlich auch der Schlüssel zur kreativen Problemlösung. Auf alle Fälle lernen Sie, sich mit anderen und der Phantasie wohlzufühlen.

Sie wollen mehr wissen?

wenn Sie gerne mehr wissen wollen, schreiben Sie uns doch einfach an info@soulfit-factory.org. Hier können Sie sich auch einfach anmelden, denn natürlich erfahren Sie die Dinge am besten, indem Sie sie erleben. Die Teilnahme ist kostenlos, über Spenden für unseren Verein freuen wir uns natürlich. Die Imaginationen finden einmal monatlich statt und Sie können gerne mitmachen. Danach werden Sie wissen, was Imaginationen sind. Wer weiß, vielleicht kommen Sie dann zu unserer Gruppe der Phantasie-Fans dazu. Sie sind herzlich willkommen, an unseren gemeinsamen Abenteuern teilzunehmen.

Termine für die nächsten Imaginationen

 

4 comments on “Imaginationen – wozu?

  1. Barbara Motschenbacher sagt:

    Bevor ich Phantasiereisen kennen gelernt habe, wusste ich gar nicht, dass ich ein phantasievoller Mensch bin. Jetzt weiß ich’s ;-). Und es ist sehr schön, das zu wissen.

    Jetzt kann ich sie nämlich bewusst einsetzen und immer wieder meine Phantasie befragen, wenn ich eine kreative Lösung für eine schwierige Aufgabe brauche, wenn ich meinen Zielen mehr Energie verleihen möchte, wenn ich mir Inspiration wünsche, wenn ich etwas erstmal mit mir alleine ausmachen möchte, wenn ich gestresst bin oder irgendetwas gerade doof finde, mir etwas weh tut oder ich einfach eine Lösung für ein Problem brauche :D.

    Wie man sieht, sind die Imaginationen für mich eine Art Allheilmittel geworden ;-). Wenn Ihr neugierig seid, kommt zu den Imaginationen und findet heraus, was Eure Phantasie für Euch tun kann.

  2. Julia Mörtl sagt:

    Danke für diesen interessanten Artikel. Ich werde jetzt noch ein bisschen lesen und freue mich auf die inneren Bilder. Keine Macht den grauen Männern.

    1. Barbara Motschenbacher sagt:

      „Ich werde jezt noch ein bisschen lesen“ ist eine sehr gute Idee :-).

  3. Nicole Sander-Braun sagt:

    Vielen Dank für den guten Artikel, der mir wieder zwei Dinge bewusst macht. Zum einen, dass ich meinem Sohn öfter vorlesen sollte und zum anderen wie viel Macht selbst ich den „grauen Männern“ gebe, renne und tue, so dass die eigenen inneren Bilder kaum noch Platz bekommen vor lauter Zeitdruck. Wenn dann endlich Zeit ist, für die Arbeit mit den inneren Bildern entsteht der Druck, dass es ja schnell gehen muss. Also, liebe Barbara, eine tolle Gelegenheit zu entschleunigen und neue Lösungen für aktuelle Probleme zu finden. Ich bin gerne dabei und freue mich auf das nächste Mal.

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