König Midas und das Gold

König Midas war ein legendärer König der griechischen Mythologie, der die Götter um eine Gabe bat. Alles, was er berührte, sollte zu Gold werden und so geschah es. Er berührte Steine und Hölzer und tatsächlich verwandelten sich alle Gegenstände sofort in Gold und er war zufrieden. Solange, bis er seine Tochter umarmte und diese zur leblosen Goldstatue wurde. Er nahm ein Glas Wein, doch das verwandelte sich in flüssiges Gold, ebenso wie das Brot und der Käse, den er versuchte zu essen. Vom Verhungern und Verdursten bedroht flehte er die Götter an, ihn von diesem Fluch zu befreien und sie wiesen ihn an, in einem Fluss zu baden. Tatsächlich wurde der Fluch so rückgängig gemacht.

Nun sollte man meinen, dass es sich bei der Legende um etwas handelt, was weit von der Realität entfernt ist. Aber ist das so? In unserer modernen Welt, die in allem nur noch auf Umsatzmaximierung setzt, wird alles zerstört, was die Menschen unabhängig macht. Grundlage unseres Lebens ist das Saatgut, das jedes Jahr wieder angeht, Früchte bringt und sich vermehrt. Doch auch hier setzen Umsatzinteressen an. Das Saatgut wird durch genetische veränderten Hybridsamen ersetzt, der von den Bauern jedes Jahr aufs Neue gekauft werden muss. Hybridsamen geht nur ein einziges Mal an, ist teuer und extrem anfällig. Die Kasse klingelt und die Aktionäre von Monsanto & Co verdienen sich eine goldene Nase. Die Wirtschaft boomt. Hybridsamen zerstören das natürlichen Saatgut und so werden die Bauern zunehmend abhängig von denen, die das genetisch veränderte Saatgut verkaufen. Eine lukrative, aber gleichzeitig schreckliche Entwicklung, die die natürliche Fruchtbarkeit der Erde zerstört. Mit natürlicher Fruchtbarkeit lässt sich nicht genug Umsatz generieren. Gier zerstört die Intelligenz eines Menschen und lässt ihn verdummen. So, wie König Midas seine Tochter tötet und letztlich vom Verhungern bedroht ist, so kurzsichtig und intellektuell eingeschränkt gehen die Monsantos dieser Welt mit unseren natürlichen Versorgungsmechanismen um. Ob sie, wenn sie eines Tages bemerken welchen Wahnsinn sie voran treiben, durch das Bad in einem Fluss vom Fluch ihrer Gier befreit werden, lässt sich bezweifeln.

Hier wird wieder klar, warum Gier eine Todsünde ist. Sie bringt den Tod nicht nur metaphorisch, sondern tatsächlich. Der Film „Saatgut“ führt uns die Details genau vor Augen und zeigt, was der Hybridsamen weltweit anrichtet. Diese Form von Geldgier ist eine der höchsten Formen von Armutsdenken. Die Profiteure sind unermesslich reich. Aber ihr Charakter verkümmert auf dem dunklen Weg in eine unermessliche Schuld, die ihre Nachkommen über Generationen weitertragen werden. Es ist Zeit, dem natürlichen Wachstum die Aufmerksamkeit zu schenken und ein wenig Hochachtung und Demut vor dem Lebens-Wert zu entwickeln, den die Erde uns schenkt. Wer irgendwie kann, sollte sich also am Erhalt des natürlichen Saatgutes beteiligen. Viele Gartenbauvereine bieten Kurse dazu an und kultivieren natürliches Saatgut.

 

 

 

2 comments on “König Midas und das Gold

  1. Barbara sagt:

    Auch als Konsumenten haben wir es in der Hand: das meiste Gemüse in den Läden – sogar leider in den Bioläden – ist aus Hybridsamen. Der Ertrag ist einfach um ca. 30% höher. Nur mit Hybridsamen gelingt es den Produzenten, dem Preisdruck einigermaßen standzuhalten. Wer ist bereit, für Bio-Gemüse noch einmal 30% mehr zu bezahlen? Ich schon. Gemüse, das nicht aus Hybridsamen gezogen wird heißt „samenfest“. Also fragt bitte im Supermarkt und im Bioladen nach samenfesten Sorten. Wenn es keine gibt, sagt den Verkäufern, dass ihr bereit seid, einen höheren Preis dafür zu bezahlen. Die ganze Bio-Bewegung zeigt, dass der Nachfragedruck von den Kunden kommen muss. Weitere Infos sind z.B. hier zu finden: https://www.vollcorner.de/ueber-uns/nachhaltigkeit/samenfestes-saatgut/

    1. Tina Wiegand sagt:

      Samenfest. Den Begriff kannte ich noch nicht. Danke für den Tipp!

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